Dieser Bub verkauft Bethelnuss-Kautabak (lokal bekannt als Kun-ya), ein in ganz Südostasien weit verbreitetes Rauschmittel.
Zerkleinerte Stücke der Arekanuss (umgangssprachlich Betelnuss) werden in ein grünes Blatt des Bethelpfeffers eingewickelt, das vorher mit gelöschtem Kalk bestrichen wurde. Oft wird das Gemisch mit etwas Tabak sowie Gewürzen wie Kardamom, Nelken oder Anis verfeinert.
Die Betelnuss enthält das Alkaloid Arecolin, das im Gehirn ähnlich wie Nikotin wirkt. Zusammen mit dem Tabak erzeugte Kun-ya einen kurzen, stimulierenden Rausch, hält wach, erzeugt ein warmes Gefühl im Körper und eine leichte Euphorie und dämpft das Hungergefühl, alles Effekte, die in den wirtschaftlich schweren 1990er-Jahren in Burma Arbeitern, Bauern und Taxifahrern halfen, im Alltag zu überleben.
Das Kauen erzeugt massiven, blutroten Speichel. Die Konsumenten spuckten diesen ununterbrochen aus. Gehwege, Busbahnhöfe und Hauswände waren mit roten Flecken und Pfützen übersät.
Im Tourismus-Jahr 1996 galt in der Hauptstadt Rangun (Yangon) ein striktes Betelkau- und Spuckverbot in der Hauptstadt, um die Hauptstadt für ausländische Touristen „sauber“ zu präsentieren. Händler wurden von den Hauptstraßen vertrieben und das Ausspucken wurde unter Strafe gestellt. Der Konsum verlagerte sich dadurch kurzzeitig in die Hinterhöfe, blieb aber im privaten Raum und auf dem Land ungebrochen populär.
Die Kombination aus Arekanuss, gelöschtem Kalk und Tabak ist hochgradig krebserregend und führt zu einer extremen Abhängigkeit. Burma verzeichnete auch aufgrund der Konsumgewohnheiten weltweit mit die höchsten Raten an Mundhöhlen-, Zungen- und Speiseröhrenkrebs.
Ragun (Yangon), Burma (Myanmar), 1993
This boy is selling betel nut chewing tobacco (locally known as kun-ya), a stimulant widely used across Southeast Asia.
Crushed pieces of the areca nut (colloquially known as betel nut) are wrapped in a green betel pepper leaf that has been smeared with slaked lime. The mixture is often enhanced with a little tobacco and spices such as cardamom, cloves, or aniseed.
The betel nut contains the alkaloid arecoline, which acts on the brain in a manner similar to nicotine. When combined with tobacco, kun-ya produces a brief, stimulating high; it keeps the user awake, creates a warm bodily sensation and mild euphoria, and suppresses hunger—effects that helped workers, farmers, and taxi drivers in Burma survive their daily lives during the economically difficult 1990s.
Chewing produces copious amounts of blood-red saliva. Users would constantly spit this out, leaving sidewalks, bus terminals, and house walls littered with red stains and puddles.
During the 1996 „Visit Myanmar Year,“ a strict ban on chewing betel and spitting was enforced in the capital, Rangoon (Yangon), in an effort to present the city as „clean“ to foreign tourists. Vendors were driven off main streets, and spitting was made a punishable offense. Consequently, consumption briefly shifted to backyards, though it remained immensely popular in private settings and in rural areas.
The combination of areca nut, slaked lime, and tobacco is highly carcinogenic and leads to extreme dependency. Partly due to the consumption habits, Burma recorded some of the world’s highest rates of oral, tongue, and esophageal cancer.
